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PD Dr. Melanie Schnell
Melanie Schnell
Max-Planck-Forschungsgruppenleiter
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20. Deutsche Physikerinnentagung

Forschung erleben, Stereotype hinterfragen

16. November 2016

Was sind aktuelle Fragestellungen in der Physik? Woran forschen Physikerinnen? Ist Frauenförderung noch aktuell? Die 20. Deutsche Physikerinnentagung, bei der Physikerinnen aller Karrierestufen auf dem Campus Bahrenfeld zusammen kamen, stand ganz im Zeichen wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Diskussion.

Das seit 1997 jährlich stattfindende Forum wird von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und ihrem Arbeitskreis Chancengleichheit veranstaltet. Ausrichter der Jubiläumsveranstaltung waren der Fachbereich Physik der Universität Hamburg und der Exzellenzcluster „The Hamburg Centre for Ultrafast Imaging“ (CUI). Die Tagung stand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Wir brauchen die wertvollen Beiträge von Frauen

Deborah Duchardt, stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises Chancengleichheit, einem der größten Arbeitskreise der DPG, bei der Eröffnung der Tagung.
Deborah Duchardt, stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises Chancengleichheit, einem der größten Arbeitskreise der DPG, bei der Eröffnung der Tagung.

„Das Jubiläum ist ein schöner Anlass, auf den Erfolgsweg der letzten zwei Jahrzehnte zu schauen“, sagte die Bundesministerin in ihrem vorab veröffentlichten Grußwort. „Viele Frauen haben sich in dieser Zeit für Physik begeistert. Ich wünsche mir, dass diese Dynamik sich fortsetzt. Physik ist eine wichtige Grundlage für technologische Entwicklungen und damit für den wirtschaftlichen Fortschritt in unserem Land. Wir brauchen auch in Zukunft die wertvollen Beiträge von Frauen für Innovationsprozesse.“  In einer Videobotschaft würdigte Wanka zudem die Idee der Tagung und den idealen Austragungsort bei DESY auf dem Campus in Bahrenfeld.

Knapp 250 Frauen hatten sich zur Tagung angemeldet.
Knapp 250 Frauen hatten sich zur Tagung angemeldet.

Knapp 250 Frauen hatten sich zur diesjährigen Tagung vom 3. bis 6. November 2016 angemeldet. Zur Eröffnung sprachen Prof. Jan Louis, Vizepräsident der Universität Hamburg, und DPG-Präsident Prof. Rolf Dieter Heuer. „Sie wollten die Tagung unbedingt zu sich holen, und das hat man gemerkt“, sprach er seine Anerkennung für die aktive Bewerbung aus. Unter dem Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer betonte Heuer zudem, wie wichtig die vor Ort zu spürende Weltoffenheit sei.

Balance zwischen Grundlagen- und Spezialistenwissen

Den wissenschaftlichen Eröffnungsvortrag hielt Prof. Petra Rudolf von der Universität Groningen und balancierte dabei zwischen wissenschaftlichem Grundlagenwissen und hochspezialisiertem Know-how. Zahlreiche Nachfragen gaben einen frühzeitigen Vorgeschmack auf eine sehr lebendige Tagung, die besonders von jungen Physikerinnen genutzt wurde, um ihre Forschung zu präsentieren, renommierte Wissenschaftlerinnen zu erleben und sich zu vernetzen. „Es war toll zu sehen, welche Plattform unsere Tagung den Physikerinnen bieten konnte, um in offener und ungezwungener Atmosphäre zu diskutieren“, sagte Max-Planck-Forschungsgruppenleiterin und CUI-Vorstandsmitglied PD Dr. Melanie Schnell.

Wege zur Gleichstellung: Code of Conduct, Fördermaßnahmen, Masse schaffen

Diskutierten auf dem Podium (v.l.): Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Prof. Dr. Petra Rudolf, Universität Groningen, CUI-Gleichstellungsreferentin Marie Lutz, Dr. Angelika Paschke-Kratzin, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hamburg, Prof. Dr. Elvira Scheich, Freie Universität Berlin, Doris Cornils, Projektleiterin Pro Exzellenzia. Bild vergrößern
Diskutierten auf dem Podium (v.l.): Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Prof. Dr. Petra Rudolf, Universität Groningen, CUI-Gleichstellungsreferentin Marie Lutz, Dr. Angelika Paschke-Kratzin, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hamburg, Prof. Dr. Elvira Scheich, Freie Universität Berlin, Doris Cornils, Projektleiterin Pro Exzellenzia. [weniger]

Dies bestätigte sich im voll besetzten Hörsaal während der Podiumsdiskussion über die Wege zur Gleichstellung im MINT-Bereich. Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Katharina Fegebank, blieb länger als geplant, um die Diskussion verfolgen zu können. Sie hatte unsichere Karrierewege als ein Problem definiert, das politisch – zum Beispiel über einen Code of Conduct – bereits angegangen werde. In der Diskussion wurde zudem betont, wie wichtig es sei, möglichst früh einen Mix aus Fördermaßnahmen anzubieten, Stereotype zu hinterfragen und Masse zu schaffen, damit Frauen im MINT-Bereich nicht mehr in der Minderheit bleiben.

Die Tagung wurde von DESY und dem Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie sowie den Sonderforschungsbereichen 676, 925 und PIER, der strategischen Partnerschaft von DESY und der Universität Hamburg, unterstützt.

 
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