Francqui-Preis 2015

Prof. Angel Rubio war Mitglied der Jury für den „belgischen Nobelpreis“

10. Juni 2015
Francqui-Preisträger Stefaan Vaes

Der Francqui-Preis 2015 für exakte Wissenschaften wurde dem Mathematiker Stefaan Vaes (Katholieke Universiteit Leuven) am 9. Juni von der belgischen Königin in einer Zeremonie im Paleis der Academiën in Brüssel verliehen. Er wurde für seine Forschung zu von-Neumann-Algebren, mathematischen Strukturen mit Anwendungen in der Quantenmechanik und der Knotentheorie, ausgezeichnet. Die Jury konstatierte: „Vaes Arbeit richtet sich auf die Struktur und Klassifizierung von nichtkommutativen Operatoralgebren. Er verwendete neuartige Methoden, um bemerkenswert leistungsfähige Lösungen zu mehreren seit langem bestehenden Problemen im Bereich der von-Neumann-Algebren abzuleiten. Diese haben alle existierenden Techniken in diesem Forschungsgebiet weiterentwickelt und erheblich verbessert, und sie inspirierten eine ganze Generation junger Mathematiker in Belgien und im Rest der Welt.“

Den Vorsitz der Jury für den Francqui-Preis 2015 führte der Nobelpreisträger David Gross vom Kavli Institute for Theoretical Physics an der University of California in Santa Barbara. Neben Angel Rubio, Direktor der Abteilung Theorie am MPSD, bestand die Jury aus Roger Brockett (Harvard University), Nello Cristianini (University of Bristol), James L. Crowley (Grenoble Institut Polytechnique), Simon Deleonibus (CEA-LETI), Faddeev Ludwig Dmitrievich (Steklov Mathematical Institute), Claudia Felser (Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe), Roderick J. Little (University of Michigan), David Marshall (University of Oxford), John Meurig Thomas (University of Cambridge), Nobelpreisträger Hartmut Michel (Max-Planck-Institut für Biophysik), Joachim Saur (Universität zu Köln), Peter Zoller (Universität Innsbruck/Institut für Quantenoptik und Quanteninformation), und Matthias Scheffler (Fritz-Haber-Institut).

Logo der Francqui-Stiftung

Die Francqui-Stiftung, benannt nach dem Belgier Émile Francqui, verleiht einen jährlichen Preis von 250.000 Euro an einen prominenten belgischen Wissenschaftler unter 50 Jahren für einen bedeutenden wissenschaftlichen Beitrag, der das Ansehen Belgiens gesteigert hat. Der Francqui-Preis wird in einem dreijährigen Turnus abwechselnd in den Kategorien biologische und medizinische Wissenschaften, exakte Wissenschaften und Geisteswissenschaften verliehen. Es ist der größte und angesehenste Wissenschaftspreis Belgiens.

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