Lise-Meitner-Gruppe ab Januar am MPSD

17. Oktober 2019

Die unabhängige neue Lise-Meitner-Forschungsgruppe unter Dr. Mariana Rossi, Simulationen aus Ab-initio-Methoden: Struktur und Dynamik aus der Quantenmechanik, nimmt im Januar ihre Arbeit am MPSD auf.

Mariana Rossi

Dr. Rossi will einen neuen Rahmen für die quantenmechanische Untersuchung realistischer bio- und anorganischer Systeme entwickeln, der eine bisher unerreichte Auflösung und Exaktheit erreicht. Hierzu kombiniert sie Ab-initio-Methoden der Quantenmechanik mit Methoden des Maschinenlernens, wodurch die Berechnungen signifikant beschleunigt werden. 

Anhand dieser komplexen analytischen Systeme sollen nicht nur die Struktur, sondern auch die nuklearen und elektronischen Reaktionseigenschaften von Materie aus anorganischen und organischen Komponenten vorhergesagt werden. Ein besonderer Forschungsfokus der neuen Gruppe sind organische und bioorganische Systeme, die durch schwache Wechselwirkungen zusammengehalten werden.

„Mit diesen Methoden können wir neue Materialien für die Anwendung in verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten wie der Medizin oder neuen Technologien entwickeln, wie zum Beispiel organisch-anorganische Materialien für Biosensoren und organische Optoelektronik. Wir betreiben Grundlagenforschung, um das Verhältnis zwischen der Struktur und den Eigenschaften neuer Materialien unter realistischen thermodynamischen Bedingungen zu verstehen,“ sagt Dr. Rossi.

Am MPSD wird sie ihre jetzige Arbeit in der Otto-Hahn-Gruppe am Fritz-Haber-Institut (FHI) der Max-Planck-Gesellschaft fortsetzen. „Ein Schwerpunkt unserer Forschung ist, dass sich in unseren Simulationen sowohl die Nuklei als auch die Elektronen quantenmechanisch verhalten. In der Lise-Meitner-Gruppe werden wir neue Richtungen einschlagen, einschließlich der Simulation nicht-linearer Schwingungsspektroskopien und Näherungen, mit denen nicht-adiabatische Effekte berücksichtigt werden können.“

Zwei Positionen in der Gruppe sind nun ausgeschrieben: Ein/e PhD-StudentIn und ein/e PostdoktorandIn sollen Dr. Rossis Gruppe ab Februar 2020 beitreten. Andere Mitglieder begleiten sie von Berlin nach Hamburg, um in der Gruppe am MPSD zu arbeiten. Das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm wurde 2018 von der Max-Planck-Gesellschaft ins Leben gerufen, um ausgezeichnete Forschungsgruppenleiterinnen zu gewinnen. Fast 300 Wissenschaftlerinnen reichten Bewerbungen ein; von diesen wurden 12 ausgewählt.

Mariana Rossi wurde in Campinas, Brasilien, geboren und absolvierte ihren Bachelor und Master in Physik an der Universität von São Paolo. Ihre Doktorarbeit schrieb sie am Fritz-Haber-Institut (FHI) in Berlin, wo sie an der strukturellen Bestimmung von Biomolekülen mittels elektronischer Strukturmethoden arbeitete.

Dr. Rossi forschte als Postdoktorandin an der University of Oxford (UK), wo sie auch Junior Fellow des St. Edmund Hall wurde, und an der Polytechnique Fédèrale de Lausanne in der Schweiz. Ende 2016 wurde sie Leiterin der unabhängigen Otto-Hahn-Gruppe Simulations from Ab initio Approaches am FHI.

Die Stellenangebote (englisch) finden Sie unter den folgenden Links:

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