Von Harvard nach Hamburg: Prineha Narang beginnt Forschungsaufenthalt am MPSD

Prineha Narang, Assistenzprofessorin für Computational Materials Science an der Harvard University, kommt für einen längeren Forschungsaufenthalt an das MPSD. Für ihre Arbeit in Deutschland erhält sie einen Max-Planck-Sabbatical-Preis. Zusätzlich ist sie für ihr bisheriges Gesamtschaffen mit dem Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden.

Prineha Narang

Prineha Narang hat eine Professur an der John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences der Universität und leitet das NarangLab. Ihre Gruppe hat wichtige Beiträge zur Vorhersage des Verhaltens von Quantensystemen und zur Nutzbarmachung dieser Effekte geleistet. "Unsere Arbeit befindet sich an der pulsierenden Schnittstelle von Computational Science, Nicht-Gleichgewichts-Phänomenen und der Kontrolle dynamischer Korrelationen in Materialien und Molekülen", sagt die Harvard-Wissenschaftlerin. 

„Wir sind wirklich disziplinübergreifend in der rechnerbasierten Physik, der ultraschnellen und Nicht-Gleichgewichtswissenschaft, der theoretischen Quantenchemie sowie der Quanten-Nanophotonik und Quanteninformation, und wir arbeiten mit Wissenschaftlern in jedem dieser Bereiche zusammen." Sie freut sich sehr darauf, diese Felder in Deutschland miteinander zu verbinden und hofft, neue Wege zur Erforschung der grundlegenden Mechanismen der angetriebenen Quantenmaterie zu schaffen. Der Max-Planck-Sabbatical-Preis ermöglicht es Narang zudem, Gruppenmitglieder nach Deutschland zu bringen und so eine intensive Zusammenarbeit aufzubauen.

Narang beschreibt das MPSD und die Stadt Hamburg als den perfekten Standort für ihre Forschung. Sie möchte ihren Aufenthalt dazu nutzen, innovative Methoden für die Analyse von gekoppelten Licht-Materie-Systemen auf dem neuen Gebiet der ab initio-Quantenoptik, Elektrodynamik und Polaritonik zu entwickeln. 

„Wir freuen uns alle darauf, Prineha Narang bei uns in Hamburg zu haben“, sagt Andrea Cavalleri, der geschäftsführende Direktor des MPSD. „Pri ist ein aufsteigender Stern in der theoretischen Physik und Chemie und arbeitet bereits intensiv mit unseren Gruppen am MPSD zusammen. Die Fähigkeit, Wissenschaftler*innen ihres Kalibers für einen längeren Zeitraum zu gewinnen, spricht für die stetig wachsende Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Hamburg. 

„Unser Institut, der Exzellenzcluster CUI : Advanced Imaging of Matter und die vielen internationalen Partnerschaften, an denen wir beteiligt sind, machen den Campus in Bahrenfeld zu einem renommierten Standort für neue Entdeckungen im Bereich der Nicht-Gleichgewichtsphänomene", so Cavalleri. „Wir sind der Max-Planck-Gesellschaft und der Humboldt-Stiftung sehr dankbar für ihre großzügige Unterstützung, ohne die diese Verbindungen nicht möglich wären."

Der Direktor der MPSD-Theorieabteilung, Ángel Rubio, erhofft sich neue Forschungsansätze von Narangs Aufenthalt: „Wir freuen uns sehr, dass mit Prineha eine der innovativsten, versiertesten und kreativsten Wissenschaftlerinnen ihrer Zeit zu uns nach Hamburg kommt. Es gibt viele Berührungspunkte zwischen ihrer und unserer Arbeit, insbesondere zur Nichtgleichgewichtsdynamik in niedrigdimensionaler und topologischer Quantenmaterie, sowie zu Quantenemittern für Quanteninformationstechnologien. Diese Bereiche bergen ein enormes Potenzial für Durchbrüche in allen Bereichen der Physik. Prinehas Aufenthalt könnte zu langjährigen Kooperationen mit uns und anderen Gruppen auf dem Wissenschaftscampus Bahrenfeld in Hamburg und in ganz Deutschland führen!"

Während ihrer Zeit in Deutschland wird Narang auch eng mit Stuart Parkin, Direktor am MPI für Mikrostrukturphysik in Halle, und Claudia Felser, Direktorin am Max-Planck-Institut (MPI) für chemische Physik fester Stoffe in Dresden, zusammenarbeiten.  

„Diese beiden renommierten Auszeichnungen verändern die Fragen und die von Neugier getriebene Wissenschaft, die ich im nächsten Jahr verfolgen werde ", sagt Narang. „Ich bin begeistert von der Möglichkeit und der Freiheit, diese fundamentalen High-Risk-High-Reward-Fragen im Bereich der Nichtgleichgewichts- und Anregungszustandsdynamik zu stellen, mit Kollegen aus ganz Deutschland zu arbeiten und die Wissenschaft in der Max-Planck-Gesellschaft zu erleben."

Prineha Narang kam vom Massachusetts Institute of Technology an die Harvard University, wo sie als Research Scholar in Condensed Matter Theory im Department of Physics arbeitete. Sie erhielt einen M.S. und Ph.D. in angewandter Physik vom California Institute of Technology (Caltech). Prinehas Arbeit wurde durch viele Auszeichnungen gewürdigt, darunter der IUPAP Young Scientist Prize in Computational Physics (2021), ein NSF CAREER Award im Jahr 2020, die Ernennung zum Moore Inventor Fellow durch die Gordon and Betty Moore Foundation für bahnbrechende Innovationen in der Quantenwissenschaft, CIFAR Azrieli Global Scholar durch das Canadian Institute for Advanced Research, ein Top Innovator durch MIT Tech Review (MIT TR35) und ein Young Scientist durch das World Economic Forum im Jahr 2018. Im Jahr 2017 wurde sie vom Forbes Magazine auf die "30under30"-Liste für ihre Arbeit in der Atom-by-Atom-Quantenmaterietechnikgesetzt.

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