MPSD-Gastwissenschaftler werden Young Investigators im Exzellenzcluster  

Das MPSD heißt zwei Forscher willkommen, die von der Universität Hamburg für ihr neues Young Investigator Group Leader Programm ausgewählt wurden. Frank Schlawin und Aaron Kelly sind derzeit Gastwissenschaftler am MPSD und werden am Nachwuchsgruppenleiterprogramm des Hamburger Exzellenzclusters "CUI : Advanced Imaging of Matter" teilnehmen. Der Cluster unterstützt insgesamt sieben solcher Gruppenleiter im Rahmen seines Engagements zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

 

Frank Schlawin nahm seine Forschung am Cluster zum 1. Oktober 2020 auf. Aaron Kelly, zurzeit noch an der Dalhousie University in Kanada, wird zum 1. Januar 2021 folgen. Zusammen mit Irene Fernandez-Cuesta, Thore Posske, Eric Hill, Guillaume Salomon und Philipp Wessels-Staarmann bilden sie die Gruppe der Young Investigator Group Leaders, deren Potenziale identifiziert und individuell gefördert werden sollen.

Frank Schlawin

Schlawin arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Oxford in Großbritannien und forscht an den Schnittstellen von Quantenoptik, Festkörperphysik und chemischer Physik. Dabei beschäftigt er sich mit der theoretischen Beschreibung der Wechselwirkung von Quantenlicht mit komplexen Materialien. Ziel ist ein besseres Verständnis dafür, wie neue Quantenlichtquellen genutzt werden können, um neue Informationen in der Spektroskopie zu gewinnen oder um Materialeigenschaften in Supraleitern mit Hilfe von Quantenlicht zu verändern.

Für seine Doktorarbeit zum Thema Quantenspektroskopie erhielt Frank Schlawin 2016 den Springer Thesis Award. 2019 zeichnete ihn die Stiftung Werner-von Siemens-Ring für seine richtungsweisenden Arbeiten zur Verwendung der Quanteneigenschaften von Licht für Spektroskopie und für die Kontrolle komplexer Quantensysteme aus. Sein Host ist Andrea Cavalleri, der Direktor der Abteilung für die Dynamik kondensierter Materie am MPSD.

Aaron Kelly arbeitet derzeit noch als Assistenzprofessor für Chemie und Physik an der Dalhouise University in Halifax, Kanada, hat aber als Visiting Scientist am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie bereits enge Verbindungen nach Hamburg aufgebaut..

Seine Hauptforschungsinteressen liegen im Verständnis mechanistischer Details chemischer Prozesse in der kondensierten Phase, etwa der Elektronen- und Protonentransfer in Lösung, die Relaxation photoangeregter Moleküle in verschiedenen Umgebungen, die photosynthetische Energieübertragung und katalytische Grenzflächenreaktionen. Diese Prozesse liegen in einem Regime, in dem eine genaue quantenmechanische Beschreibung aus praktischen Gründen nicht möglich ist. 

Aaron Kelly

Um die strukturellen und dynamischen Aspekte dieser Prozesse zu beschreiben, versucht Aaron Kelly, genaue und effiziente Methoden zur Kombination klassischer und quantenmechanischer Theorien zu entwickeln und anzuwenden. Dabei kombiniert er Molekulardynamik-Simulationen und quantenchemische Berechnungen. Die Ergebnisse sind interessant für natürliche Lichtsammelsysteme, Bulk-Heteroübergangssolarzellen, Moleküle in optischen Kavitäten und Festkörpersysteme.

2012 erhielt Aaron Kelly ein Postdoctoral Fellowship des Stanford Center for Molecular Analysis and Design, gefolgt von einem Postdoctoral Award des University of Pennsylvania Center for Theoretical Chemistry in 2015. 2018 wurde er mit dem Dalhousie University Educational Leadership Award for Collaborative Teaching ausgezeichnet. Aaron Kellys Host ist Ángel Rubio, Direktor der Theorieabteilung am MPSD.

Die Position des Young Investigator Group Leader ist im Rahmen der Nachwuchsförderung des Exzellenzclusters neu eingeführt worden. Sie richtet sich an hochtalentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits anspruchsvolle eigene Forschungsprojekte unabhängig durchführen und eigene Fördermittel auf dem Niveau von Emmy-Noether-Gruppen oder ERC Starting Grants einwerben. Alle Young Investigator Group Leader werden von einem sogenannten Host begleitet.

Für Informationen zum Young Investigators Group Leader-Programm bitte hier klicken.

Text: Ingeborg Adler (CUI : Advanced Imaging of Matter) / Jenny Witt

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht